Leises Schnurren: Was Männer mit Katzen 2026 über uns verraten

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Nicht mehr nur XXL-Hunde: Männer entscheiden sich vermehrt auch für Katzen. Warum das eine gute Entscheidung sein kann, erfährst du hier.

Symbolbild AI Tails
Katzen sind gut darin, Menschen zu erden. Eine schöne Eigenschaft der Samtpfoten. - zVg

Lange Zeit war alles schön sortiert: Männer mit Hunden galten als durchsetzungsstark, Frauen mit Katzen als… nun ja, kompliziert. Dieses Ordnungssystem hat sich inzwischen ungefähr so gut gehalten wie ein Wollknäuel in der Nähe einer Katze. 2026 ist klar: Die alten Bilder taugen nicht mehr viel – und das ist eigentlich ganz entspannend.

Statt martialischer Spaziergänge mit XXL-Hund begegnet man auf Dating-Apps heute immer öfter Männern, die zwischen Strandfoto und Cappuccino ganz selbstverständlich ihre Katze zeigen. Kein Statement, keine Pose. Einfach: «Das ist Mitbewohnerin Luna. Sie zahlt keine Miete.»

Der neue kleine Charaktertest

Warum das gut ankommt? Vielleicht, weil eine Katze nichts tut, um jemandem zu gefallen. Sie ist da, wenn sie Lust hat, und weg, wenn nicht. Wer damit klarkommt, hat offenbar verstanden, dass Nähe nichts mit Kontrolle zu tun hat. Eine Katze lässt sich nicht beeindrucken – und genau das macht sie zu einer ziemlich ehrlichen Mitbewohnerin.

Studien wie jene von Zilcha-Mano (2011) legen nahe, dass Menschen ihre Bindungsmuster auch im Umgang mit Haustieren zeigen. Übersetzt heisst das nicht: «Sag mir, wie du deine Katze streichelst, und ich sage dir, wer du bist.»

Magst du Katzen?

Aber ein Mann, der die Eigenheiten eines Tieres respektiert, das keinen Dauerzuspruch braucht, wirkt zumindest so, als könne er auch anderen ihren Raum lassen. Und das ist – ganz unironisch – eine sympathische Eigenschaft.

Katzen als Gegenmittel zum Dauerdenken

Abseits von Hashtags und Internet-Trends bleibt eine simple Beobachtung: Katzen sind gut darin, Menschen zu erden. Viele Katzenbesitzer berichten, dass ihr Tier sie ganz selbstverständlich entschleunigt. Nicht aus pädagogischem Eifer, sondern weil kaum etwas konsequenter zum Innehalten zwingt als ein Wesen, das sich genau dann auf die Tastatur legt, wenn man es am eiligsten hat.

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Katzen zwingen zur Gelassenheit - und erschaffen ein entspannteres Bild von Männlichkeit. - zVg

Eine Katze verlangt keine grosse Show. Sie reagiert auf Aufmerksamkeit – oder eben nicht. Wer sich auf dieses Zusammenleben einlässt, akzeptiert automatisch, dass nicht alles planbar ist. Und dass Zuneigung manchmal einfach in Form eines unerwarteten Schnurrens kommt, genau dann, wenn man es am wenigsten erwartet.

Ein entspannteres Bild von Männlichkeit

Vielleicht geht es beim «Cat Dad» also weniger um neue Ideale und mehr um Entspannung. Weg vom Gedanken, immer irgendetwas beweisen zu müssen. Hin zu der Einsicht, dass es völlig okay ist, nicht der Mittelpunkt des eigenen Haushalts zu sein.

Eine Katze zu haben bedeutet, sich regelmässig eines Besseren belehren zu lassen – mit Würde, Humor und gelegentlichen Kratzern am Sofa. Diese Art von Gelassenheit wirkt weniger wie eine Revolution und mehr wie eine gesunde Korrektur.

Und ja, die Ironie ist nicht zu übersehen: Indem wir aufgehört haben, Haustiere und Menschen in Schubladen zu stecken, sind wir uns ein Stück nähergekommen. Wenn dir also das nächste Mal ein Mann mit Katze begegnet, triffst du wahrscheinlich keinen Sonderling, sondern jemanden, der weiss, dass echte Verbindung nichts mit Lautstärke zu tun hat.

Am Ende hat die Katze vielleicht nicht die Welt verändert – aber sie hat uns daran erinnert, dass gute Standards oft schnurren, statt zu bellen.

Zur Autorin

Angelica De Riggi ist Unternehmerin, Tech-Gründerin und CEO von AI-Tails, einem Schweizer Deep-Tech-Startup, das mithilfe von KI und Sensorik die präventive Tiermedizin revolutioniert. Nach persönlichen Erfahrungen mit ihrer eigenen Katze entschied sie sich, eine Lösung zu entwickeln, die Krankheiten bei Haustieren frühzeitig erkennt – lange bevor Symptome sichtbar werden.

Angelica De
Angelica De Riggi, Tech-Gründerin und CEO von AI-Tails. - zVg

Mit AI-Tails baut sie eines der vielversprechendsten Pet-Health-Startups Europas auf und verbindet Tiermedizin, Datenwissenschaft und Design Thinking zu einer neuen Ära der Haustiergesundheit. Die Gründerin teilt regelmässig Einblicke in Innovation, Pet-Tech-Trends und die Zukunft der präventiven Tiergesundheit. Mit ihrem ersten Artikel bei Nau.ch – und als bekennende «Crazy Cat Lady» – startet sie hier ihre monatliche Kolumne.

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