Wie man einen Hund vom Holzkauen abhält

Paula Lupo
Paula Lupo

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Hunde kauen oft und gerne an Holz herum. Wieso ist das so? Und was können Sie als Halter dagegen tun?

Hunde kauen gerne auf verschiedenen Gegenständen herum.
Hunde kauen gerne auf verschiedenen Gegenständen herum. - Depositphotos

Hunde sind sehr neugierige Tiere und erkunden ihre Umgebung gerne mit Maul und Nase. Um sich die Zeit zu vertreiben, kauen sie gerne auf verschiedenen Gegenständen – so auch auf Holz.

Das ist jedoch problematisch, denn das Kauen an Holz kann Verletzungen im Mundraum verursachen. Auf Dauer kann es gar zu schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen führen.

Hier erfahren Sie praktische Tipps und spezielle Trainingsmethoden, um Ihrem Hund das Holzkauen abzugewöhnen.

Wieso kauen Hunde gerne an Holz?

- Langeweile: Hunde kauen gerne, um sich die Zeit zu vertreiben und Langeweile entgegenzuwirken. Fehlt Beschäftigung, suchen sich Hunde häufig Ersatzaktivitäten wie Holzkauen.

- Stressabbau: Möglicherweise fühlt sich Ihr Hund gestresst und kann sich so beruhigen. Kauen hat eine stressabbauende Wirkung.

Vielleicht fühlt sich Ihr Hund gestresst: Kauen kann stressabbauend wirken.
Vielleicht fühlt sich Ihr Hund gestresst: Kauen kann stressabbauend wirken. - Depositphotos

- Mangelnde Erziehung: Ein Hund ist sehr lernwillig. Wenn er weiss, dass er ohne Konsequenzen an Dingen kauen darf, wird er nicht damit aufhören.

Mögliche Folgen von Holzkauen

Die Verletzungsgefahr ist beim Holzkauen sehr hoch: Es können Splitter entstehen, die Verletzungen im Mundraum und Rachenbereich verursachen.

Wenn der Hund diese Splitter verschluckt, können auch innere Verletzungen entstehen, die meist nicht sofort bemerkbar sind.

Alternative Beschäftigungsmöglichkeiten bieten

Bieten Sie Ihrem Hund eine alternative Beschäftigung. Damit stillen Sie die natürliche Neugier Ihres Vierbeiners.

Besonders im Wald ist es schwierig, die Hunde von dem vielen herumliegenden Holz abzulenken.
Besonders im Wald ist es schwierig, die Hunde von dem vielen herumliegenden Holz abzulenken. - Unsplash

Lenken Sie die Energie des Tieres in eine andere Richtung. Wenn der Hund gut ausgepowert ist, wird er sich nicht mehr so schnell von Holzstücken ablenken lassen.

Dem Kauinstinkt gerecht werden

Hunde haben einen starken Kauinstinkt. Ob im Wald, im Wohnzimmer oder im Garten – sie finden überall etwas, auf dem sie herumkauen können.

Um diesen Instinkt zu befriedigen, können Sie ein Kauspielzeug nutzen. Es gibt diese mittlerweile in vielen verschiedenen Formen und Materialien.

Hunde haben einen natürlichen Kauinstinkt. Diesem muss man gerecht werden.
Hunde haben einen natürlichen Kauinstinkt. Diesem muss man gerecht werden. - Depositphotos

Ihr Hund wird durch die farbigen Spielzeuge perfekt abgelenkt. Gleichzeitig kann er sich bei diesen nicht verletzen, da sie aus weichem Material bestehen und keine Spitze haben.

Neugier des Hundes stillen

Hunde sind sehr lernfähig und neugierig. Indem Sie Ihren Hund geistig herausfordern, powert er sich aus.

Es gibt spezielle Denkspiele, extra für Hunde konzipiert. Das können etwa Suchspiele oder Futterpuzzles sein.

Auch ausreichend Bewegung ist relevant. Sorgen Sie täglich dafür, dass Ihr Hund durch Spaziergänge, Laufen oder Toben genügend körperlich ausgelastet wird.

Spiel und Spass

Spielen Sie mit Ihrem Hund. Auf Spaziergängen können Sie Bälle werfen, sodass er nicht in Versuchung kommt, Holz mit sich herumzuschleifen.

Vierbeiner brauchen Spass. Als Hundehalter müssen Sie dafür sorgen, dass Ihr Haustier an Vergnügen kommt.
Vierbeiner brauchen Spass. Als Hundehalter müssen Sie dafür sorgen, dass Ihr Haustier an Vergnügen kommt. - Depositphotos

Nutzen Sie das gemeinsame Spiel als Erziehung und Trainingsmöglichkeit. Machen Sie Ihrem Hund eine Freude und stellen Sie den Spass in den Vordergrund.

Das Problem an der Wurzel packen: Gezieltes Training

Mit konsequentem Training können Sie den Hund nicht nur vom Holzkauen ablenken, sondern es ihm langfristig abgewöhnen. Es empfiehlt sich sehr, die Hilfe von einem Hundetrainer in Anspruch zu nehmen.

Aber auch Sie selbst können mit kleinen Kommandos Massnahmen ergreifen. Trainieren Sie mit Ihrem Vierbeiner Kommandos wie «Aus» oder «Lass das».

Auf Spaziergängen üben

Vor allem im Wald und in der Natur ist die Versuchung für Ihren Hund gross: Überall liegen Holzstücke oder Äste herum. Hier stellt sich die Frage – wie halten Sie Ihren Vierbeiner vom vielen Holz ab?

Einerseits können Sie den Fokus darauf legen, dass Ihr Hund viel Beschäftigung bekommt und nicht dazu verleitet wird, an Stöcken herumzukauen. Machen Sie gezielte Übungen mit Ihrem Tier – nehmen Sie beispielsweise seinen Lieblingsball mit.

Besitz gibt man nicht gerne wieder her: Wenn Sie dem Hund einen Stock wegnehmen, müssen Sie ihm eine Alternative zur Auswahl geben.
Besitz gibt man nicht gerne wieder her: Wenn Sie dem Hund einen Stock wegnehmen, müssen Sie ihm eine Alternative zur Auswahl geben. - Depositphotos

Das bringt uns auch schon zum nächsten Punkt: Hat Ihr Hund sich bereits einen Stock geschnappt und will diesen freiwillig nicht mehr loslassen? Bieten Sie einen Tauschhandel an und halten Sie ihm ein attraktiveres Spielzeug unter die Nase – und loben Sie ihn, wenn er den Tausch annimmt.

Vorsorge: Gefahrenquellen beseitigen

Präventive Massnahmen sind ebenfalls wichtig, um das Holzkauen einzuschränken. Insbesondere können Sie die Anzahl der Gefahrenquellen verringern.

Achten Sie beispielsweise darauf, ob in der näheren Umgebung des Hundes leicht zugängliches Holz vorhanden ist – etwa Feuerholz oder Gartengeräte. Entfernen Sie diese Gefahrenquellen, um Ihrem Hund die Möglichkeit zu nehmen, daran herumzunagen.

Ursache von Holzkauen ermitteln und handeln

Holzkauen ist zwar ein ganz natürlicher Instinkt – übermässiges Kauen kann aber auch auf mögliche gesundheitliche Probleme hinweisen. Beobachten Sie Ihren Hund daher stets genau und versuchen Sie die Ursache des Kauens mit einem Tierarzt herauszufinden.

Übermässiges Kauen kann auf Krankheiten hinweisen. Wie sehen die Zähne des Hundes aus?
Übermässiges Kauen kann auf Krankheiten hinweisen. Wie sehen die Zähne des Hundes aus? - Depositphotos

Die Art und Weise, wie ein Hund auf Holz kaut, kann für einen Tierarzt schon viele Hinweise geben. Anhand verschiedener Merkmale erkennt dieser, ob eine Krankheit vorliegt oder nicht.

Diese Dinge können Kauen auslösen

- Zahnprobleme: Zähne, die Schmerzen verursachen, sind häufig ein Grund dafür, dass Hunde vermehrt kauen. In diesem Fall sollte eine tiermedizinische Behandlung erfolgen.

- Allergien: Gelegentlich kann das Kauen auf Holz auch durch Allergien hervorgerufen werden, zum Beispiel gegen bestimmte Futterbestandteile. Testen Sie in solchen Fällen unter Rücksprache mit dem Tierarzt alternative Futtersorten aus.

Auch Parasiten können Grund für übermässiges Kauen beim Hund sein.
Auch Parasiten können Grund für übermässiges Kauen beim Hund sein. - Depositphotos

- Parasiten: Juckreiz und Unwohlsein durch Parasiten wie Flöhe, Milben oder Zecken können bei Hunden ebenfalls zu vermehrtem Kauen führen. Überprüfen Sie dies gründlich und handeln Sie gegebenenfalls durch geeignete Parasitenbekämpfung.

Bei all dem dürfen Sie aber nicht vergessen, dass das Holzkauen grundsätzlich ein vollkommen natürliches Verhalten eines Hundes ist. Mit geeigneten Massnahmen können Sie die Gefahr minimieren, die damit einhergeht.

Mithilfe der richtigen Ansätze können Sie Ihrem Hund das Kauen sogar vollständig abtrainieren und ganz aus dem Alltag verbannen.

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