Katzen zeigen laut Untersuchung fast 300 Gesichtsausdrücke

Kiran Iqbal
Kiran Iqbal

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Katzen sind oft geheimnisvoll, aber aufmerksames Hinschauen lohnt sich: Forschungsergebnisse zeigen, dass Katzen viele verschiedene Gesichtsausdrücke haben.

Katzen haben laut Untersuchung besonders viele Gesichtsausdrücke.
Katzen haben laut Untersuchung besonders viele Gesichtsausdrücke. - Depositphotos

Katzen sind bekannt dafür, ihre Gefühle und Absichten gut zu verbergen: im Gegensatz zu Hunden, deren Schwanzwedeln oder Kopfneigen oft leicht zu deuten sind.

Doch die Forscher Lauren Scott und Dr. Brittany N. Florkiewicz haben herausgefunden, dass Katzen unglaubliche 276 verschiedene Gesichtsausdrücke zeigen.

Die Studie, welche die sozialen Interaktionen zwischen verschiedenen Katzen anhand ihrer Mimik untersucht, trägt den Namen «Feline faces: Unraveling the social function of domestic cat facial signals».

Forschungsmethode

Bisherige Studien konzentrierten sich hauptsächlich auf Schmerzausdrücke bei Katzen oder wie sie mit Menschen kommunizieren. Anders als diese Studie.

Dank ihrer Mimik sind Katzen kommunikativer als gedacht.
Dank ihrer Mimik sind Katzen kommunikativer als gedacht. - Depositphotos

Für ihre Arbeit richteten Scott und Dr. Florkiewicz ihr mobiles Labor im CatCafé Lounge in Los Angeles ein. Dort beobachteten sie über ein Jahr lang das Verhalten von 53 ausgewachsenen Hauskatzen.

Die Forscherinnen nutzten dabei die Facial Action Coding Systems (FACS), eine standardisierte Methode zur Identifizierung von Gesichtsmuskelbewegungen. Dabei wurden Bewegungen der Schnurrhaare, Augenblinzeln, Mundbewegungen und Ohrstellungen berücksichtigt.

Überraschende Ergebnisse: Katzen sind kommunikativer als gedacht

Die hohe Anzahl an verschiedenen Ausdrücken, knapp. 300, überraschte sogar die Wissenschaftler selbst. Im Vergleich dazu können Gibbons nur 80 verschiedene Kombinationen erzeugen, während Schimpansen auf beeindruckende 357 kommen.

Weitere Untersuchungen sollen zeigen, wie sich diese Zahlen im Vergleich zu anderen Arten verhalten. Bemerkenswert war auch die Entdeckung eines «allgemeinen Spielgesichts», das bei Menschen, Hunden und Affen vorkommt:

Dieser Ausdruck entsteht dann, wenn Tiere ihren Unterkiefer senken und die Mundwinkel zurückziehen. Auch bestimmte Muster in den Bewegungen der Schnurrhaare konnten beobachtet werden – je nachdem, ob es sich um freundliche oder unfreundliche Interaktionen handelte.

Besseres Verständnis für Katzenverhalten

Interessanterweise wurden 45 Prozent der Gesichtsausdrücke als freundlich eingestuft, während nur 37 Prozent aggressiv waren. Die restlichen 18 Prozent konnten nicht eindeutig zugeordnet werden.

Die Untersuchungen der Gesichtsausdrücke helfen, Katzen künftig besser zu verstehen.
Die Untersuchungen der Gesichtsausdrücke helfen, Katzen künftig besser zu verstehen. - Depositphotos

Die Forschungsergebnisse von Scott und Dr. Florkiewicz sind nicht nur für die Wissenschaft interessant, sondern sind auch praktisch nützlich. Sie tragen dazu bei, das Verhalten von Hauskatzen besser zu verstehen und Adoptionen zu erleichtern.

Tierheime und Katzenhaltern helfen die Erkenntnisse, die Interaktionen zwischen Katzen besser einzuschätzen und für die Katzen da zu sein. Das wiederum hilft dabei, zwei zusammenlebende Katzen besser aufeinander abzustimmen.

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